Bhagavadgita - Des Erhabenen Sang erschließt eines der zentralen Lehrgedichte Indiens: den Dialog zwischen Arjuna, dem zögernden Krieger, und Krishna, seinem göttlichen Wagenlenker. Im Spannungsfeld von Schlachtfeld, Gewissensnot und metaphysischer Offenbarung entfaltet der Text Lehren von Pflicht, Erkenntnis, Hingabe und entsagtem Handeln. Schroeders Fassung verbindet philologische Genauigkeit mit gehobener, rhythmischer Sprache und stellt die Gita in ihren epischen Kontext des Mahabharata. Leopold von Schroeder, baltisch-deutscher Indologe und Sanskritkundiger, gehörte zu jener Generation europäischer Gelehrter, die indische Religion und Dichtung nicht nur historisch, sondern auch geistig ernst nahm. Seine Beschäftigung mit vedischer Literatur, Mythologie und vergleichender Religionsgeschichte prägte den Blick auf die Bhagavadgita als philosophisches Kunstwerk. Gerade sein Interesse an religiöser Erfahrung und dichterischer Form dürfte diese Übersetzung bestimmt haben. Empfohlen sei dieses Buch allen, die die Bhagavadgita in einer klassisch deutschen, gelehrten und zugleich eindringlichen Gestalt kennenlernen möchten. Es bietet nicht bloß eine religiöse Unterweisung, sondern ein Dokument weltliterarischer Reflexion über Handeln, Selbstbeherrschung und das Verhältnis des Menschen zum Absoluten.