Die Interessen von Tieren vor Gericht zu vertreten, wird zunehmend als eine der großen Herausforderungen unserer Zeit zur Herstellung umfassender sozialer Gerechtigkeit verstanden. Nina Kerstensteiner beschäftigt sich mit dem gesellschaftlichen Wertewandel im Tierschutz, den es auch rechtlich abzubilden gilt. Sie beleuchtet Reformmöglichkeiten und ordnet die strategische Prozessführung im Bereich des Tierrechts in den deutschen Kontext ein.
Advocating for the interests of animals is increasingly seen as one of the greatest challenges of our time in order to achieve comprehensive social justice. Nina Kerstensteiner examines the change in social values with regard to the field of animal welfare and the need for legal change to reflect and represent this. She analyses the possibilities for reform and focuses on the key aspects of strategic litigation in the field of animal rights. Die Interessen von Tieren vor Gericht zu vertreten, wird zunehmend als eine der großen Herausforderungen unserer Zeit zur Herstellung umfassender sozialer Gerechtigkeit verstanden. Nina Kerstensteiner beschäftigt sich mit dem gesellschaftlichen Wertewandel im Bereich des Tierschutzes und der Notwendigkeit einer rechtlichen Abbildung. Entscheidendes Defizit des geltenden Rechts ist das strukturelle Durchsetzungsdefizit. Mangels subjektiver Rechtsverletzung besteht bei Verstößen gegen das Tierschutzgesetz keine gerichtliche Kontrollmöglichkeit. Die Autorin beleuchtet Reformmöglichkeiten und ordnet die strategische Prozessführung im Bereich des Tierrechts in den deutschen Kontext ein. Unter Zugrundelegung von politischen und rechtlichen Aspekten kann sie zeigen, dass strategische Prozessführung ein taugliches Mittel ist, um gesellschaftlichen Wandel rechtlich abzubilden.
Die Arbeit wurde in Hamburg mit dem Preis 2024 der Winter-Stiftung für Rechte der Natur, dem Juratisbona-Preis 2024 des Alumnivereins für Rechtswissenschaft der Universität Regensburg und dem Felix-Wankel-Preis 2025 ausgezeichnet.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
I. Forschungsziel
II. Relevanz der Forschungsfrage
B. Vorüberlegungen
I. Darstellung der gegenwärtigen Lage - Ein Überblick
II. Darstellung der sich derzeit ergebenden Probleme
C. Entwicklungsperspektiven und -grenzen gesetzlicher Reformen
I. Rechtsfähigkeit
II. Tierschutzverbandsklage auf Bundesebene
III. Tierschutzverbandsklage auf Unionsebene
IV. Objektives Rechtsschutzverfahren
V. Prokuratorische Rechte
VI. Relationaler Ansatz
VII. Konkurrentenklagen
VIII. Global Animal Law
IX. Alternative Instrumente
X. Abschließende Gegenüberstellung
XI. Fazit
D. Strategische Prozessführung im Bereich des Tierschutzrechts
I. Strategische Prozessführung
II. Fallprofile
III. Analyse der Prozesse
IV. Chancen und Herausforderungen
V. Fazit
E. Ausblick
F. Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse