Solothurn ruft nach Vergeltung (Band 8) war mein erstes Buch von Christof Gasser und obwohl es sich um einen späteren Teil der Reihe handelt, hatte ich keinerlei Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden. Der Einstieg gelingt sofort und zieht einen direkt in die besondere Stimmung dieses Schweizer Regionalkrimis.
Was mir besonders gefallen hat, ist die dichte, teils bedrückende Atmosphäre, die sich wie ein feiner Nebel über die Handlung legt. Die Stadt Solothurn wird nicht nur als Schauplatz genutzt, sondern wirkt lebendig, fast greifbar. Zwischen malerischer Kulisse und menschlichen Abgründen entsteht ein spannender Kontrast. Man spürt förmlich, dass hinter der ruhigen Fassade dunkle Geheimnisse lauern.
Die Handlung entwickelt sich stetig weiter und überrascht mit einer Wendung, mit der ich so tatsächlich nicht gerechnet hätte. Ohne zu viel zu verraten: Gerade gegen Ende zieht das Tempo noch einmal an und die Ereignisse überschlagen sich. Einige Szenen wirkten auf mich zwar einen Hauch zu spektakulär inszeniert, doch insgesamt hat das der Spannung keinen Abbruch getan. Im Gegenteil die Geschichte bleibt bis zur letzten Seite packend.
Besonders gelungen finde ich, wie ernste und gesellschaftlich relevante Themen in die Krimihandlung eingeflochten werden, ohne belehrend zu wirken. Man taucht in eine düstere Materie ein, die nachhallt und zum Nachdenken anregt. Gleichzeitig bleibt der Roman kurzweilig und sehr gut lesbar. Auch das dezent eingestreute Schweizerdeutsch empfand ich als authentisch und stimmungsvoll es verstärkt das regionale Flair zusätzlich.
Für mich war dieses Buch eine rundum gelungene, spannende Abendlektüre mit starker Atmosphäre und überraschenden Momenten. Definitiv nicht mein letztes Buch von Christof Gasser ich freue mich darauf, weitere Fälle aus Solothurn zu entdecken.