Meinung:
Erster Satz: In einem Drachenei festzustecken, war beinahe absurd langweilig.
Das Cover ist wieder super schön geworden. Wie auch schon bei den anderen Teilen sieht man die wichtigsten Drachen der Geschichte darauf, Manila hat dieses Mal leider keinen Platz, und es ist einfach ein Blickfang.
Der Schreibstil der Autorin war wieder sehr angenehm zu lesen. Geschrieben ist das Buch in der Ich-Perspektive, wobei wir hier aus Sicht von Ian und Nisha lesen. Wie auch schon in den anderen Teilen sind die Beschreibungen gelungen und zwischendurch ist es auch recht witzig.
Zu Beginn lernt man Nisha und Ian kennen. Nisha soll sich bei den Drachenreitern einschleusen und Informationen nach draußen liefern und Ian versucht in seiner Welt zu überleben, bis er in eine andere Welt kommt und dort ein großes Lügenkonstrukt aufbaut.
Der Einstieg in das Buch ist mir leicht gefallen, denn ich mag die Welt und alles drum herum. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich gecheckt habe, wie lange vor Band eins dieser Teil spielt und dass man Ian schon als Kind kennen lernt. Das war für mich zuerst verwirrend, aber wurde mit der Zeit schnell besser und ich hatte bald den Durchblick.
Ian mochte ich wieder gerne, er war schon in den anderen Büchern toll, aber hier bekommt sein Charakter noch mehr Tiefe und man versteht ihn besser. Besonders wie er zu der Entscheidung kam, sich als Pfortenwächter auszugeben und wie er alles eingefädelt hat hat mir gefallen, da zeigt sich, wie schlau er ist. Man lernt auch seine Familie kennen und sieht Ian in einem ganz anderen Umfeld, er wirkte dort wie ein anderer Mensch.
Nisha ist ein neuer Charakter, den ich zuerst nicht sonderlich mochte. Sie war mir zu laut und zu eigen, doch mit der Zeit ist sie mir ans Herz gewachsen. Ich verstand, wieso sie spionierte und was für sie auf dem Spiel stand, daher waren ihre Entscheidungen dementsprechend hart. Ihr Mut hat mich beeindruckt und auch ihre Entwicklung im Laufe des Buches war richtig gut.
Die Geschichte spielt vor den ersten beiden Teilen von Asrai, Elaja kommt nur kurz vor und es dreht sich wirklich alles um Ian und auch im Nisha. Die Idee fand ich gut, allerdings konnte mich das Buch nicht zu 100% fesseln. Ians Teil fand ich grandios, ich habe gern von ihm gelesen, denn er ist ein komplexer Charakter, aber bei Nisha war das anders. Ich mochte sie zwar, aber bei ihr hat sich viel wiederholt, es ist nicht viel passiert und es war allgemein nicht so spannend zu lesen. Da ihr Teil aber die Hälfte des Buches ausmacht, war das nicht förderlich für die Geschichte.
Bei Ian erfährt man, wie er zu dem Mann wurde, den man aus den anderen Büchern kennt. Seine Vorgeschichte zu lesen war hart, denn er hatte es als Kind schon nicht leicht und die anderen Drachenreiter aus seiner Welt haben ihm schwer zugesetzt. Besonders gut fand ich aber seine Beziehung zu Shy. Wie er zu ihr kam, wie sie zusammen gelernt haben, bis Makon kam und was sie alles durchgestanden haben. Shy tat mir schon in den anderen Bänden sehr leid und auch hier war es nicht anders. Sie ist definitiv mein liebster Drache und verdient viel mehr Aufmerksamkeit. Wie sich die Beziehung von den beiden entwickelt hat war teilweise sehr schön und teilweise sehr traurig zu lesen. Ich hätte Shy am liebsten ganz fest gedrückt. Darüber mehr zu erfahren war zu 100% der beste Teil des Buches. Aber auch der Rest von Ians Geschichte war interessant, wie er sich mit den Drachenreitern anfreundet und wie er sie belügt, wie es ihm dabei geht und ob es ihm zu schaffen macht. Ian hat so viel mehr Tiefe erhalten und ich kann ihn noch besser verstehen als vorher.
Nishas Teil hingegen dreht sich hauptsächlich um Spionage und ihre Familie. Ihre Ausgangssituation ist hart, sie meistert das aber gut. Ich fand nur, dass bei ihren Kapiteln nicht so viel passiert ist. Einzig die Liebesgeschichte die sich hier abspielt war schön gemacht. Sie steht nicht unbedingt im Vordergrund und nimmt auch nicht viel Platz ein, aber sie ist das und man merkt richtig, wie gut das Nisha tut. Wie ich schon meinte war sie mir zuerst nicht so sympathisch, das hat sich mit der Zeit geändert und ihre Entwicklung bis zum Schluss hat mir gut gefallen.
Gegen Ende gab es für mich keinen wirklichen Spannungsbogen, es kamen zwar neue Fragen auf und es gab auch ein paar Kämpfe, aber es war jetzt nicht so, dass ich unbedingt weiterlesen musste. Mir haben die Hintergrundinfos gefallen und auch mehr von Ian zu erfahren, aber es hat mich insgesamt nicht so abgeholt wie die anderen Teile. Dennoch freue ich mich auf den nächsten Band.
Fazit:
Für mich war das der schwächste Teil der Reihe bis jetzt, was eher an Nisha lag, denn ihre Kapitel konnte mich nicht so sehr abholen. Die von Ian hingegen waren grandios und ich hätte gerne ein ganzes Buch nur über ihn gehabt. Das Ende wirft einige Fragen auf und hätte noch spannender sein können, aber ich werde den nächsten Teil natürlich auch lesen. Von mir kriegt das Buch 3 Sterne.