Was uns im zweiten Passus der Animals Lane Reihe erwartet, ist noch schonungsloser und abstoßender als Band eins. Und trotzdem kann man nicht wegschauen, sondern wird in einen Sog aus Grauen und Leid gezogen, der seinesgleichen sucht - und ihn doch tagtäglich in der Realität der Zucht- und Schlachthöfe findet. Hier wird ein ungefilterter Blick hinter die Kulissen geworfen, der einem ganz genüsslich den Magen umdreht und die Ekelskala sprengt, immer im grausamen Bewusstsein dass dies gar keine Fiktion ist. Fiktion ist nur die hoffnungslose Hoffnung, die der Autor mit dem Verschwörungsschwein, das als einziges die Wahrheit erkennt, und den anderen verblendeten Schweinen, die einem vermeintlichen Paradies zustreben, schürt. Und so liest man hilflos mit, wie das Schicksal einmal mehr seinen Lauf nimmt und die Tiere zur Schlachtbank geführt werden. Oder sollte diesmal vielleicht alles anders kommen, gibt es vielleicht doch eine Chance dem Schicksal zu entkommen und Rache zu nehmen für das zugefügte Leid? Wieder hat mich die virtuos bildhafte Sprache, die das Kopfkino heißlaufen lässt, die spielend leichte, selbstverständliche Vermenschlichung tierischen Gehabes, die wie eine gelungene Reminiszenz an die Farm der Tiere anmutet, und die Umkehrung des Gefüges zwischen Mensch und Tier zutiefst beeindruckt. Und dies ist - leider, zum Glück - noch lange nicht das Ende der Animals Lane. Bist Du gewillt, den qualvollen Weg bis zum bitteren Ende zu gehen? Das Buch hat mir ziemlich zugesetzt, und wie beim ersten Teil bin ich hin- und hergerissen, offene Begeisterung ob dieses Werkes zu zeigen, das einen derart grausamen und allzu realen Inhalt vermittelt. Fazit: Horror in Reinform.