Zuerst mal: ich finds ja so cool, dass es hier mal ein Buch über die reife Liebe gibt. Sich verlieben ist einfach, da ist alles rosarot und einfach. Aber was passiert denn mit der Liebe über die Jahre, während wir uns verändern, gesellschaftlicher Druck zunimmt und der Alltag eingekehrt ist? Das beleuchtet diese Geschichte auf sehr eindrückliche Weise, die schön, schmerzlich und emotional sehr greifbar ist.
Im zwei Zeitebenen verfolgt der Leser die Beziehung zwischen Lucy und James durch ihre Höhen und Tiefen. Es ist keine einfach Liebe, beide müssen Opfer bringen, aber was sie verbindet ist ihr zuversichtlicher Konsens darüber, wie sie sich das gemeinsame Für Immer vorstellen. Bis das scheinbar nicht mehr so eindeutig scheint. Was, wenn sich Lebensansichten und Zukunftswünsche verschieben?
Ich mochte wie bodenständig und nahbar diese Geschichte ist, es gibt kein Drama, keine großen alle ain Frage stellenden Streits, das Auseinanderdriften geschieht leise, scheinbar über längere Zeit hinweg. Das Ende hatte für mich Wow-Charakter: kein weichgespültes Happy End, sondern ein realistisches Ende, ein Neubeginn, die Hoffnung, dass da immer noch was kommt, auch wenn es erstmal nicht so scheint.
Ich fand dieses Buch unfassbar toll erzählt, sehr bewegend und auf dezente Art mitreißend. Am Ende des Buches war ich regelrecht erleichtert. Konnte sehr mit Lucy mitfühlen und fand sie so beeindruckend, stark und reflektiert. Eine Geschichte, die zum Nachdenken und Mitfühlen einlädt.