Vertreter*innen der Alternativmedizin geben sich nicht nur große Mühe, ihre Heiltechniken im Rahmen von empirischen Studien zu validieren, sie betreiben auch einen großen Aufwand, um ihre Heilvorstellungen philosophisch zu legitimieren. Diese philosophischen Legitimationsversuche strahlen zwar eine intuitive Überzeugungskraft aus, halten einer kritischen Analyse jedoch nicht stand, wie Mathis Lessau zeigt. Ausführlich und gut verständlich klärt der Autor über die fehlgeleiteten philosophischen Rechtfertigungsversuche in der Alternativmedizin auf. Er macht deutlich, dass alternativmedizinische Behandlungen nicht nur empirisch, sondern auch theoretisch wenig erfolgversprechend sind. Mit Blick auf zentrale Themen der Philosophiegeschichte wird sichtbar, was alles schiefgehen kann, wenn man auf philosophische Prämissen setzt, die nur auf den ersten Blick harmlos erscheinen.