Hard to Resist - Mason erzählt die Geschichte von Ashley Brennan »Bren« Matthews und Mason Andrew Bentley. Sie hatte als Teenager ein traumatisches Erlebnis und kämpft seitdem den seelischen Folgen. Er ist auf der Suche nach seiner Seelenverwandten, mit der er bis an sein Lebensende glücklich sein möchte. Das Buch wurde von der US-amerikanischen Autorin Kendall Ryan geschrieben und ist 2026 als eBook im beHEARTBEAT Verlag (Bastei Lübbe) erschienen. Hard to Resist - Mason ist der vierte Band der Roommates Reihe. Das englische Original ist unter dem Titel The Soul Mate erschienen.
Das Beste an Hard to Resist - Mason ist für mich leider der Klappentext. Ich habe das Buch beim Stöbern auf der Verlagswebseite entdeckt und nachdem der Klappentext auf Anhieb meine Neugierde wecken konnte, wollte ich unbedingt das Buch lesen. Rückblickend betrachtet, bin ich mehr als nur glücklich, dass ich das Buch im Rahmen einer Leserunde lesen dürfet und somit kein Geld für das Buch ausgeben musste, den über diese Ausgabe hätte ich mich definitiv geärgert. Der Klappentext klingt fantastisch und ich hatte sofort gefühlt hundert Ideen wie die Geschichte von Bren und Mason verlaufen könnte, umso enttäuschter bin ich, weil sie so ganz anders war als ich mir das in meinen Vorstellungen ausgemalt hatte.
Für meinen Geschmack war die Handlung zu abgehackt, was wahrscheinlich an der Länge des Buches liegt. Logisch bei einer Länge von 231 Seiten (Seitenanzahl laut Verlagswebseite) kann man keine tiefgehende Geschichte erwarten. Meiner Meinung nach aber trotzdem eine Geschichte die mehr als nur an der Oberfläche kratzt. Was aber nicht umsetzbar ist, wenn man versucht die halbe Lebensgeschichte seiner beiden Hauptcharaktere in 231 Seiten zu quetschen. Das Ganze liest sich dann leider wie eine zusammenhangslose Aneinanderreihung von Ereignissen, was für mich am Ende fast schon den Charakter von einer Kurzgeschichten Sammlung hatte.
Anderseits gebe ich zu, dass ich am Ende sehr froh war, dass die Geschichte nur 231 Seiten lang ist, weil ich die beiden Hauptcharaktere definitiv keine Seite länger ertragen hätte. Ja beide haben Ecken und Kanten, was sie irgendwie authentisch gemacht hat, mir aber leider auch sehr unsympathisch. Ich bin weder mit Bren noch mit Mason warm geworden. Beide sind mir nach ein paar Seiten so dermaßen auf die Nerven gegangen, dass ich nur noch mit dem Kopfschütteln konnte. Keiner der beiden hat nachvollziehbare Entscheidungen getroffen und mit dem Verhalten, dass die beiden an den Tag gelegt haben, fange ich hier gar nicht erst an. Ihr Verhalten hätte vielleicht zu Anfang zwanzigjährigen gepasst aber sicherlich nicht zu erwachsenen Menschen, die Anfang dreißig sind. Was die individuellen Charakterzüge der beiden angeht möchte ich hier nicht zu sehr ins Detail gehen, weil das meiner Meinung nach zu sehr spoilern würde. Es sei aber soviel gesagt, dass sich Kendall Ryan für Charakterzüge entschieden hat, die bei mir leider dafür gesorgt haben, dass mir sowohl Bren als auch Mason im Verlauf der Geschichte immer unsympathischer geworden sind.
Was mich richtig gestört hat ist die Art und Weise wie Kendall Ryan mit dem Trauma von Bren umgegangen ist. Bren hat während ihrer Teenagerzeit ein Trauma erlitten, dass sie bis in ihr Erwachsenenleben verfolgt und es ihr unmöglich macht ein normales Leben zu führen. Mir haben Kendall Ryans Beschreibungen gefallen, wann immer Bren an ihre seelischen Grenzen gestoßen ist, weil sie meiner Meinung nach gezeigt haben, dass Brens Trauma keine Kleinigkeit ist. Der Moment als Bren ihr Trauma schließlich überwindet war dann aber leider das komplette Gegenteil. Kendall Ryan handelt das Ganze innerhalb weniger Sätze ab und all die seelischen Hürden, die vorher Brens Leben bestimmt haben existieren plötzlich einfach nicht mehr. Dieser unrealistische Verlauf der Geschichte hat mich einfach nur fassungslos gemacht. Ja man könnte jetzt argumentieren, dass das der kurzen Seitenanzahl des Buches geschuldet ist, aber das ist für mich keine Entschuldigung.
Den Schreibstil eines Autors bzw. einer Autorin anhand einer Übersetzung zu bewerten finde ich immer schwierig, weil beim Übersetzten meiner Meinung nach leider immer ein Stückweit, der Charakter des Schreibstils verloren geht. Wenn man mal von der Handvoll Rechtschreibfehler absieht, die dem Korrektorat offensichtlich durch die Lappen gegangen sind, dann ließ sich die Übersetzung von Kendall Ryans Schreibstil halbwegs flüssig lesen. Die Wortwahl hat für mich leider nicht ganz zum Genre gepasst, was stellenweise mein Leseerlebnis negativ beeinflusst hat. Positiv hingegen fand ich das die Geschichte sowohl aus der Sicht von Bren als auch aus der von Mason erzählt wird. So hatte ich wenigstens die Chance an den Gedanken von beiden Hauptcharakteren teilzuhaben.
Fazit
Eine vielversprechende Idee, die auf Anhieb meine Neugierde wecken konnte, deren Umsetzung mich aber enttäuscht hat.