Der fahle Sommer, was das wohl bedeutet. Ein blasser Sommer, was das wohl sein wird? Ein trüber Sommer? Oder leblos? Oder einfach doch nur flau oder blond?
Matthias Koerberlin schafft es uns auf eindrucksvolle Weise mit auf die Reise nach dieser Frage zu nehmen. Er spricht mit seiner eher tiefen Stimme eine mögliche nicht zu ferne Zukunft auf. Jeder Sommer wird heißer und heißer. Der Boden vertrocknet, Regen bleibt aus und die Menschen sind entweder nach Norden geflohen (Grönland ist perfekt für Ackerbau) oder an einer unbekannten Seuche gestorben. Nur ein paar wenige Personen sind übriggeblieben, Fausto, eine ältere Dame, der Pfarrer und eine sehr fragwürdige Bauersfamilie.
Der Hörer wird sofort in den Überlebenskampf mit eingebunden und in Rückblenden erfährt man, was zu der Katastrophe führte. Fausto fährt mit dem Fahrrad und beginnt die Dörfer zu durchstreifen und plötzlich zieht neben ihn in das Haus eine Frau ein. Mit ihr verändert sich das fragile Gefüge im Dorf und wir, als Leser werden, mitgenommen in eine mögliche Zukunft, oder auch nicht.
Andreas Eschbach schafft es vom ersten Wort eine doch sehr düstere Stimmung aufzubauen, diese Stimmung bleibt auch konstant bei. Hoffnung ist eher Mangelware. Es drängt sich oft die Frage auf, was wäre, wenn.... Diese Frage lässt der Autor am Ende auch offen und leider auch noch ein paar mehr Fragen. Mich hat dieses gefühlt immer gleichbleibende doch am Ende mit einem Beigeschmack zurückgelassen.
Es ist ein besonderes Buch, was sicher seine Freunde findet und jeder der auf Endzeitszenarien, Dystopien und eine enggestrickte Atmosphäre liebt, der ist hier gut aufgehoben. Mir fehlte am Ende der rote Faden und es waren mir zu viele Plot Stränge offengeblieben, das könnte aber auch an der gekürzten Hörbuchfassung liegen.