Ausgerechnet beim Ausflug mit der Familie zum Eistobel entdeckt der Gast aus Japan eine Leiche im Wasser und sofort wird ein Reel gedreht. Die Tote ist Kluftinger als Allgäu-Influencerin bekannt. Schnell stellt sich heraus, dass ihr Tod wohl kein Unfall war und der Kommissar findet sich in der irrwitzigen Welt der Markenkooperationen, gekauften Follower und Hate-Kommentare wieder. Zum Glück kennt er sich da als Nutzer schon ein bisschen aus. Doch dass der Markt um die Likes so heiß umkämpft ist, hätte er nicht gedacht. Gemeinsam mit dem Team verfolgt er reale und digitale Spuren, während er als neuer Gemeinderat gegen den Dauerrivalen Dr. Langhammer bestehen muss und seine Enkelin mit elektronischem Spielzeug hantiert. Zefix!
Auf den neuen Kluftingerband habe ich mich riesig gefreut. Schon der letzte beinhaltete aktuelle Themen und diesem Anspruch werden die beiden Autoren auch hier wieder gerecht. Kluftinger taucht tief ein in eine Welt, in der ein Like mehr zählt, als so mancher denkt. Ganz nebenbei wird das System Influencer verständlich erklärt, so dass auch non-digital natives hier sehr gut mitkommen und sich vermutlich über den Einfluss, den Social Media hat, wundern. Da ist auch im Buch nichts so real, wie es manchmal wirkt. Neben den Verdächtigen aus dem Netz gibt es aber auch echte Menschen, die sich ins Visier der Ermittlungen bringen. Der Fall an sich ist wieder ganz gelungen und auch das Team-Gefüge überzeugt. So leiden z.B. einige noch unter dem Tod eines Kollegen und Klufti muss sich allein durchschlagen, da die Sekretärin im Urlaub ist.
Genauso wichtig wie die Ermittlung an sich, ist mir immer das Drumherum. Gerade in diesem Band fand ich das, was in Familie Kluftiger passiert, wieder höchst amüsant und schräg. Die Autoren wissen zu überraschen, vor allem durch Erika Kluftingers gewandelte Einstellung bezüglich Kluftingers Erzrivalen. Aber auch Kluftingers Vater zeigt eine neue Seite. Ein bissl übertrieben ist die Verständigung mit dem japanischen Teil der Familie, aber man muss Klufti zu Gute halten, dass er sich immer Mühe gibt. Diesmal hatte ich das Gefühl, dass er sich der Kritik an ihm als altem weißen Mann gestellt hat und versucht, sich weiterzuentwickeln. Immer klappt es nicht, aber ich finde allein die Versuche schon höchst sympathisch. Die Mischung aus lustigen Fettnäpfchen, ernsten Tönen und klassischer Ermittlung hat mich wieder super unterhalten und das Buch war ratzfatz ausgelesen. Dabei fand ich es toll, dass man wieder an einige bekanntere Schauplätze im Allgäu geführt wurde. Wer's kennt, weiß, dass das eine tolle Gegend ist und so kommt sie auch im Buch rüber. Mich versetzt das immer ein bissl in Urlaubsstimmung, nur das Meckatzer Bier hat real gefehlt. Auf jeden Fall bekommt der Klufti von mir ein Like und 5 Sterne