Ich mag das Cover von Hinaus in den Wind sehr, denn die atmosphärische Darstellung am Meer mit einer, verträumt in die Weite schauenden Frau, bewegt etwas in mir und sie harmoniert sehr gut mit der Geschichte. Außerdem ist es mir immer wichtig, dass eine Fortsetzung auch optisch gut zu Band 1 passt und das ist hier wirklich ganz besonders gut gelungen. Denn wenn man die beiden Bücher nebeneinander legt, ergeben sie zusammen ein Bild toll!
Auch dieser zweite Teil der Geschichte dreht sich vor allem um Kristiane, die für sich und ihre Familie die Voraussetzungen für ein gutes Leben an der norwegischen Westküste geschaffen hat. Ihr Sohn Anders soll das Familienerbe weiter tragen und Schiffslotse werden, doch sein Herz schlägt für die Musik und er möchte dieser Leidenschaft folgen. Als es Kristiane zum Nachdenken in die Mulevika zieht, macht sie dort eine Entdeckung, die alles verändert und für viel Aufregung sorgt
Ich liebe die Geschichten von Trude Teige und habe mich daher auch sehr auf diese Fortsetzung von Der Gesang der See gefreut. Mir hat es auch wirklich viel Freude gemacht zu Kristina, ihrer Familie und ihrem Leben am und mit dem Meer zurückkehren zu können. Allerdings muss ich gestehen, dass mich diese Geschichte nicht ganz so sehr gefesselt hat, wie der erste Teil. Ich kann gar nicht so genau sagen, woran das liegt, aber irgendwie war die Handlung für mich nicht ganz so rund und nicht ganz so einnehmend. Dennoch mag ich die Geschichte sehr und hatte eine gute Lesezeit.
Vor allem hat es mir sehr gefallen wieder in diese Leben eintauchen und gefühlt genau dort weiter lesen zu können, wo ich bei Band 1 aufgehört hatte. Bei dieser Reihe denke ich auch, dass man sie unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen sollte, da man gewisse Handlungen und Geschehnisse in Band 2 sonst gar nicht verstehen kann. Ich mag Kristiane in ihrer mutigen, selbstbewussten und zupackenden Art sehr und auch, wenn ich in dieser Geschichte teilweise sehr mit ihren Entscheidungen gehadert habe, berührt mich ihr Wesen. Trude Teige versteht es meiner Meinung nach meisterlich interessante und individuelle Charaktere zu schaffen, die auf den Seiten lebendig werden.
Besonders begeistert haben mich aber vor allem erneut ihre Beschreibungen der Natur und der Kraft der Elemente. Mir macht es unglaublich viel Freude in diese Einzutauchen, denn ich habe beim Lesen das Gefühl, als könnte ich den starken Wind am Strand selber spüren, die rauen Felsen fühlen und das Salz des Meeres riechen wirklich toll! Und die Verbundenheit der Menschen mit der umgebenden Natur fasziniert mich.
Der Schreibstil der Autorin gefällt mir ohnehin sehr, denn er ist flüssig und angenehm, bildhaft und auf seine ganz eigene Art irgendwie eindringlich. Ich habe das Buch in nur zwei Tagen gelesen, weil es mich an einen ganz anderen Ort mitgenommen hat und weil ich unbedingt erfahren wollte, wie es weiter geht. Denn es gibt einen sehr rätselhaften und spannenden Handlungsstrang, der sich nach und nach entfaltet.
Für mich ist Hinaus in den Wind ein tolles Buch, das mir viel Freude gemacht hat, das jedoch ein klein wenig hinter Band 1 zurück bleibt, weshalb ich leider keine 5 sondern nur 4,5 Sterne vergeben kann. Nichtsdestotrotz möchte ich die Geschichte auf jeden Fall weiter empfehlen und allen LeserInnen ans Herz legen, die Band 1 bereits gelesen habe. Ich wünsche ganz viel Freude bei der Rückkehr in Kristianes Leben und nach Norwegen!