Cover & Klappentext
Die Cover der Reihe sind sehr ansprechend. Insbesondere wenn man auf die Details achtet. Das Grün passt hier perfekt. Aber es sind auch die beiden Hauptfiguren, die sich im Cover von Band eins eher voneinander abwenden. Im Cover dieses Teils wirken sie deutlich zugewandter. Das spiegelt sich auch im Buch wider.
Der Klappentext macht neugierig auf mehr. Dabei war ich etwas unschlüssig, ob ich die Fortsetzung lesen würde, denn so richtig konnte der erste Teil nicht bei mir punkten. Aber das Gesamtpaket hat mich letztendlich überzeugt.
Meinung
Verlobt? Entführt? Es gibt eindeutig Schlimmeres. Bedenkt man, dass Lady Ammalie Avington sich dadurch in der Gesellschaft von Damien Maleficus Blutdorn befindet. Ganz zu schweigen davon, dass sie unwiederbringlich in ihn verknallt ist.
Da kann man auch darüber hinwegsehen, dass die Befreiung seines Vaters vermutlich das gesamte Reich vernichten wird, aber dafür kann Damien ja nichts.
Und während sie durch die Lande streifen, um eine Möglichkeit zu finden, das Artefakt aus Amma zu entfernen, am besten ohne sie dabei zu töten, was ja ganz furchtbar lieb von Damien ist, begegnen sie den absonderlichsten Wesen.
Als unverhofft Ammas eigene Kräfte auftreten, muss sie sich fragen, was stärker wiegt. Die Rettung des Reiches oder ihre Zuneigung zu Damien.
Auch hier stehen Amma und Damien im Mittelpunkt der Geschichte.
Da die Story eher locker-leicht ist, hatte ich keine Schwierigkeiten, wieder ins Geschehen zu finden. Aufgrund vieler Beschreibungen und diverser Ausführungen erinnert man sich schnell an das Vergangene.
Obwohl ich mich in Band eins mit den beiden Hauptprotagonisten noch schwertat, schließlich war Damien nicht gerade böse und Amma einfach nur naiv, konnte ich mich in der Fortsetzung sofort für sie erwärmen. Die diversen Abenteuer haben sie zusammengeschweißt. Das ist aber auch schon alles. Denn genau genommen sind sie noch keinen Schritt vorwärtsgekommen. Weder konnte Damien seinen Vater befreien noch das Artefakt aus Amma entfernen. Die Frage ist, wird es ihm diesmal gelingen?
Es war interessant zu beobachten, wie Amma und Damien sich verändert haben. Sie haben sich aneinander angepasst, ganz unbemerkt, und Gefallen an dem anderen gefunden. Das fand ich richtiggehend süß. Und während Damien beide immer wieder mit seiner Magie aus misslichen Lagen befreien muss, entwickelt auch Amma ihre Kräfte. Eher unbemerkt und nur schwer kontrollierbar. Dabei will sie Damien ebenbürtig sein, keine Last mehr, sodass er endlich erkennt, was er an ihr hat.
Es ist witzig mitzuerleben, wie beide sich missverstehen, sodass mir das ein oder andere Schmunzeln entlockt wurde. Interessant, denn in Band eins konnte der Humor nur geringfügig bei mir zünden.
Doch es ist nicht nur der Humor, der vorherrschend ist, sondern auch die Spannung. Die Autorin hat im zweiten Band deutlich nachgelegt, sodass ich situationsbedingt das Buch unmöglich aus der Hand legen konnte.
Die extreme Spannung spiegelt sich auch im Tempo wider. Während die Geschwindigkeit enorm angezogen wurde, wenn es turbulent zuging, wie ein reißender Strom, wurde sie zu einem müden Plätschern in den anderen Szenen. Das war etwas konfus, denn so hatte ich das Gefühl, ein wenig herumgewirbelt zu werden.
Auch hier wird man mit den unterschiedlichsten Wesen konfrontiert. Das unterhält zusätzlich und lenkt ein wenig von den Passagen ab, in denen kaum etwas passiert. Trotzdem waren diese Szenen etwas langatmig. Aber immer unterbrochen von unvorhergesehenen Wendungen, die Spannung schufen. Nur leider nicht ganz ausgereizt.
Die temporeichen Abschnitte gingen so schnell, wie sie kamen. Ich hätte mir gewünscht, dass die auftretenden Probleme nicht sofort gelöst worden wären.
Das Ende ist ein Cliffhanger, der auszuhalten ist, bedingt auch durch das Bonuskapitel. Dennoch werde ich dranbleiben und hoffen, dass es bald weitergeht.
Fazit
Auch in der Fortsetzung der RomCom-Fantasy glänzt die Autorin mit Ironie, Klischees und Humor. Dank des außergewöhnlichen Schreibstils wurde daraus eine witzige Geschichte, die nicht einfach nur unterhält, sondern überraschend viel Tiefgang mitbringt.
Ein heißer Halbdämon ist noch lange kein Märchenprinz, aber auch kein Monster.
Ich vergebe für Band zwei von Villains & Virtues knappe vier von fünf Sternen und eine Leseempfehlung.