
Der Romancier Gustave Flaubert (1821-1880) lebte in einer nachrevolutionären Gesellschaft und verstand sich selbst als Skeptiker. Dennoch spielt die Religion in seinem Romanwerk als eine Dimension menschlicher Spiritualität und Deutung von Welt eine große Rolle. Flaubert beschreibt und analysiert Affekte, Zeremonien, Rituale und Kulte, die einen Schein des Übersinnlichen in eine profane Welt werfen. Die Beiträger*innen beleuchten gesellschaftspolitische, mediale und ökonomische Konstellationen, in denen sich das menschliche Leben zwischen transzendenter Sinnsuche und existenzieller Leere zeigt. Dabei geben sie zugleich Einblick in die religionspolitischen Auseinandersetzungen im Frankreich des 19. Jahrhunderts.
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