Literatur ist nicht unbedingt die erste Assoziation, wenn man Fernsehberichte über Wacken sieht oder durch die Lyrics im Booklet von Metal-CDs blättert. Angesichts der Selbstinszenierung vieler Metalbands als biertrinkende Outlaws, feierbegeisterte Biertrinker oder extrem männliche Männer, die viel Bier trinken, wäre alles andere auch überraschend. Und doch gibt es eine ganze Bibliothek literarischer Werke, auf die sich der Metal bezieht - sei es offensichtlich oder nur für Eingeweihte erkennbar. Insbesondere Lovecraft und Tolkien haben deutliche Spuren hinterlassen, und auch Klassiker wie Brontes "Wuthering Heights" sind gern verwendete Bezugspunkte. Simon Gottwald spürt der Literaturrezeption im Metal auf unterhaltsame Weise nach. Für viele Bands und Fans ist sie identitätsstiftend. Literatur ist Inspiration, aber auch Referenz, mit deren Hilfe bestimmte Stoffe aufgerufen werden, die zur Selbstpositionierung dienen.