Kontingenz - so wird immer wieder konstatiert - wird erst in der Frühen Neuzeit »entdeckt«. Davor wurden alle noch so unerklärlichen Begebenheiten als Ausdruck einer höheren, gottgewollten Ordnung gedeutet. Der Sammelband nimmt dieses Postulat zum Anlass, um die Vielfalt mittelalterlicher Kontingenzkonzeptionen in literarischen Texten auszuleuchten. Anhand von exemplarischen Analysen von Legenden, Antiken- und höfischen Romanen sowie Mären, Lyrik und Romanen der Frühen Neuzeit wird sowohl nach gattungsspezifischen Kontingenzkonzeptionen als auch nach literarhistorischen Verschiebungen und Umbesetzungen gefragt.
Inhaltsverzeichnis
1;Inhalt;6 2;Vorwort;10 3;Kontingenzkonzeptionen in der mittelalterlichen Literatur: Methodische Vorüberlegungen;12 4;Kontingenz: Begriffsanalytisches und grundlegende Positionen in der Philosophie im Mittelalter;51 5;Gott als Funktion erzählter Kontingenz;80 6;Erzählen vom Tod;111 7;Die Figur denkt der Erzähler lenkt?;132 8;so muz ich gut gelucke han;155 9;Räume der Kontingenz;175 10;Wahrheit und Kontingenz in Gottfrieds Tristan;187 11;Kontingenz im mittelhochdeutschen Liebes- und Abenteuerroman;207 12;Der vierte Mönch zu Kolmar;227 13;Zeitperspektiven;246 14;Die Risiken der Gewissheit;272 15;Fransen des Unfassbaren;290 16;Minneklage als Nachdenken über eine ungewisse Zukunft;305 17;Kontingenz und Finalität;338 18;Epistemische Kontingenzen und ihre literarische Aktivierung;365 19;Robinson der Spieler;391 20;Die Autorinnen und Autoren;410