Kristine hat gerade ihre Oma Grete, zu der sie ein inniges Verhältnis hatte, verloren. Sie ist sich aber sicher, dass Grete ihr kurz vor ihrem Tod noch ein Geheimnis aus ihrem Leben anvertrauen wollte. Den Eindruck hatte es jedenfalls als sie auf Gretes Wunsch hin im Mai einen Ausflug zum Tümlauer Koog gemacht haben. Nur dann hatte Grete doch wieder einen Rückzieher gemacht und nun ist es zu spät. Nur wo Grete früher mit ihrem Johann gewohnt hat und der Name Willi Mommsen, den sie als Erzfeind bezeichnet hatte, sind dabei zur Sprache gekommen. Kristine lässt das keine Ruhe und so fährt sie allein einige Tage in den Tümlauer Koog, mietet sich sogar im ehemaligen Haus der Oma ein.
Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Hat er mich doch einfach in Kristines Recherchen wie auch in die Rückblenden zu Gretes Leben eingefangen. Die Beschreibungen der Landschaft, dem Watt und auch dem Kampf der Menschen, um dem Meer dauerhaft Land abzutrotzen, waren sehr anschaulich. Ich war noch nie in der Gegend, aber nach diesen lebendigen Schilderungen hatte ich ein glaubhaftes Bild davon vor Augen. Ich konnte verstehen, was Grete immer wieder ins Watt zog. Was diese damals junge Frau und Mutter erlebt und durchlebt hat auf diesem Fleckchen Erde, war schon sehr berührend. Zumal sie sich bis zum Ende nicht getraut hat jemanden anzuvertrauen. Ein wirklich gelungener Roman, der von mir 5 Lese-Sterne erhält.