Daisy ist es leid. Sie läuft seit Jahren Fin hinterher, der sie mal auflistet und an sich zieht, dann aber wieder fallenlässt wie eine heiße Kartoffel. Und auch alle anderen Versuche, Männer zu Daten und in einer Beziehung zu laden misslingen. Nie scheint sich ein Mann wirklich und wahrhaftig für sie zu interessieren. Ist es ihre Schuld? Ist sie nicht genug? Oder gelingt es den Männern einfach nicht mehr, mit einer modernen selbstständig denkenden Frau mitzuhalten? Daisy und Freundin Maya wagen ein Experiment, um das in Angriff zu nehmen.
Ausgerechnet James, ein Freund der Clique um Fin und Daisy soll einem make-over unterzogen werden. Er, der Frauen eigentlich mehr benutzt als verdient. Der immer chaotisch und witzig, aber nie ernst und emotional ist. Ausgerechnet er soll von Daisy und Maya zu einem perfekten Partner für eine Frau werden, die weder dumm noch langweilig ist. Und erlässt sich auf das Projekt ein!
Annie Lord beschreibt ungeschält und unzensiert die Gedankenwelt von Daisy, einer Mittzwanzigerin in London auf der Suche nach einem perfekten Mann. Dabei sind die Gedanken so alltäglich wie authentisch. So wahr und doch so witzig, wenn man sie Schwarz auf Weiß liest!
Die Protagonistin Daisy ist kritisch, aber auch selbstkritisch, ironisch, aber auch selbstironisch und vor allem ist sie ehrlich. Das Buch schildert viele kleine Veränderungen, Gedanken und Wahrnehmungen. Und das macht wirklich Spaß! Dabei ist der sprachliche Stil gut zu lesen, ohne je banal zu sein.
Sicherlich ist es auch eine Liebesgeschichte und ja, Wendungen und Ende sind zu erwarten oder auch zu erhoffen. Dennoch sind sie nicht rosarot und unrealistisch! Annie Lord bleibt einfach immer auf dem Boden der Tatsachen. Alles ist tatsächlich so möglich. Als würde man einfach eine Weile im Kopf der Protagonistin leben und ihre Gedanken in Echtzeit miterleben.
Das Thema ist ernst und es gelingt eine Homage an die Weiblichkeit, feminin, ohne zu feministisch zu sein.
Das Projekt ist ein wunderbar weicher Roman über die Weiblichkeit, sie sich verändert hat und weiterentwickelt. Er behandelt dabei ehrlich alle damit einhergehenden Unsicherheiten. Dabei ist er weder zu politisch-feministisch, noch banal. Es gibt viel Anlass zum Nachdenken und das Buch hallt nach dem Zuklappen der Buchdeckel noch nach.