
Im Mai 1989 sprach der Schriftsteller Christoph Hein über die Geschichte des deutschen Nationalsozialismus und von dem »Dilemma des Chronisten«: Historiker*innen und Schriftsteller*innen können der Geschichte keinen Sinn geben, der Sinnfrage aber auch nicht ausweichen. Immer wieder müssen sie sich der Aufgabe stellen, diese Vergangenheit so zu erzählen, dass ihr Verstörendes und Unlösbares zum Ausdruck kommt. Warum kehrt dabei die Chronik als überholt geglaubte Form der Geschichtsschreibung wieder? Die Beiträge dieses Bandes untersuchen unterschiedliche literarische Chronistenfiguren und ihre jeweiligen Schreibweisen. Dadurch eröffnet sich eine neue Perspektive auf den Umgang mit der (Zeit-)Geschichte in der europäischen Nachkriegsliteratur.
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