Mitmachen in der Diktatur? Zur Bedeutung von Freiwilligkeit als analytische Kategorie zwischen Zwang, Pflicht und Verantwortung in der DDR.
Was bedeutet freiwilliges Mitmachen in der Diktatur? Am Beispiel der Neuererbewegung dem DDR-Vorschlagswesen erfasst Elena M. E. Kiesel Freiwilligkeit als analytische Kategorie zwischen Zwang, Pflicht und Verantwortung. Anhand staatlicher Dokumente, zeitgenössischer Sozialforschung und Oral-History-Interviews analysiert sie auf Grundlage des gouvernementalitätstheoretischen Ansatzes und dem Konzept der partizipatorischen Diktatur die Bedingungskonstellationen von und Bedeutungszuschreibungen an Freiwilligkeit in der DDR ein Beitrag, der zur Erforschung zeithistorischer Regierungsrationalitäten beiträgt und zeigt, wie die Menschen ihre Lebenswirklichkeit in der Diktatur gestalteten.