Mit ihrem Debüt verarbeitet die Autorin einen persönlichen, schweren Verlust und steigt ganz tief ein in den Trauerprozess und die teils intensiven Gefühle, teils Betäubung während dieser schwierigen Zeit.
Protagonistin Nola hat ihre geliebte große Schwester plötzlich durch einen Herzstillstand verloren. Anstatt beieinander halt zu finden, hat jeder aus der Familie seine eigene Art zu trauern. Nola schreibt sich ihre Gefühle von der Seele, muss dann aber feststellen, dass ihr Buch ihre Lieben vor den Kopf stößt.
Ich finde die Tiefe mit der die Autorin sich mit dem schwereren Thema von Trauer und Verlust auseinandersetzt beeindruckend. Die Gedanken der Protagonistin und die Dialoge gehen tief, wühlen auf und legen den Finger in Wunden. Ich empfand das Buch als sehr authentisch und echt.
So fließen im Zusammenspiel der Familienmitglieder und deren Partner weitere Themen rund um Vertrauen, Bindung und Enttäuschung mit ein und es entsteht ein sehr menschliches Bild einer von diversen Verletzungen geprägten Familie.
Das Buch transportiert schwere Themen, mit denen man sich auseinandersetzen wollen muss. Belohnt wird man mit einer stilistisch und sprachlich tollen Lektüre, die einem definitiv Food for thought mit auf den Weg gibt.