Als Dalia nach dem Tod ihrer Großmutter Rose einen Brief findet, gerät ihr Leben aus den vertrauten Bahnen. Plötzlich steht eine Frage im Raum, die sie seit ihrer Kindheit begleitet hat: Wer ist ihr Vater? Was als Suche nach Antworten beginnt, entwickelt sich zu einer Reise voller Begegnungen, Erinnerungen und überraschender Erkenntnisse.
Tessa Collins verbindet in Die Blumentöchter auf sehr gelungene Weise Familiengeschichte, Selbstfindung, große Gefühle und ein lange gehütetes Geheimnis. Dalia ist eine sympathische Hauptfigur, deren Sehnsucht nach ihrer eigenen Herkunft jederzeit nachvollziehbar bleibt. Man begleitet sie gern auf ihrem Weg durch Mexiko, wo sie nach einem Mann sucht, der einst ihre Mutter kannte und möglicherweise ihr Vater ist.
Besonders beeindruckt haben mich die lebendigen Schilderungen des Landes. Die Landschaften, Städte und kulturellen Besonderheiten werden so anschaulich beschrieben, dass man beim Lesen beinahe selbst durch Mexiko reist. Das Buch vermittelt echtes Fernweh und weckt gleichzeitig ein Gefühl von Vertrautheit und Geborgenheit. Es ist diese besondere Mischung aus Abenteuer und Heimatgefühl, die den Roman so angenehm macht.
Auf ihrer Suche begegnet Dalia vielen Menschen. Einige unterstützen sie mit großer Herzlichkeit, andere erschweren ihren Weg. Gerade diese unterschiedlichen Begegnungen machen ihre Reise glaubwürdig und abwechslungsreich. Schritt für Schritt setzt sich das Bild der Vergangenheit zusammen, während Dalia immer mehr über ihre Familie und über sich selbst erfährt.
Sehr schön gelungen sind auch die Rückblenden in die Vergangenheit. Sie erzählen die Geschichte von Dalias Mutter und einer großen Liebe, die ihren Anfang an einer Mayastätte nahm. Dadurch entsteht eine zweite Erzählebene, die der Handlung zusätzliche Tiefe verleiht. Nach und nach werden die Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart sichtbar, ohne dass die Spannung verloren geht.
Wer die Familiengeheimnisse und weit verzweigten Geschichten von Lucinda Riley schätzt, wird sich hier schnell zuhause fühlen.
Fazit:
Ein atmosphärischer Wohlfühlroman voller Familiengeheimnisse, großer Gefühle und mexikanischer Lebensfreude, der Fernweh weckt und zugleich mitten ins Herz trifft.